Wir leben ja nun mitten im grössten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt und gleichzeitig in einer Gegend in der der Spargelanbau eine kaum geringere Rolle spielt.
Entsprechend viel davon gabs bei mir zu Hause auch, damals als der Urkontinent noch zusammenhing, die Dinosaurier morgens freundlich muhten und ich noch jung war.
Meine Mutter bereitete dazu eine Sauce, die sie mit eigenen Worten als “Irgendwas halt irgendwie so in der Art ein bissl wie Hollandaise” bezeichnete.
Naja eigentlich hat die Sauce ausser der Farbe vielleicht nicht viel mit Hollandaise gemein, dafür schmeckt sie – zumindest mir und meiner Mum – um Längen besser.
Schlichterdings war es eine helle Sauce aus einer Mehlschwitze, aufgegossen mit dem Spargelwasser, zusätzlich legiert mit Eigelb und abgeschmeckt mit Sahne und Senf (für eine sehr angenehme leichte Säure)
Da ich meinen Haushalt derzeit wieder langsam aber sicher auf vegetarisch zurückstelle hier die entsprechende Variante.
Simple Sache:
je 1 EL Pflanzenöl und weisses Mandelmus in einem Topf erhitzen, 1 EL Mehl darin anschwitzen und unter heftigem Einsatz eines Schneebesens mit ca 3 Schöpfkellen Spargelkochwasser aufgiessen. (kurz gesagt – eine Einbrenne zubereiten, Mehlschwitze für diejenigen unter uns, die sich im Alltag des Hochdeutschen bedienen.)
1 EL mittelscharfer Senf dazu und mit Gemüsebrühpulver abschmecken. (oder Salz, Pfeffer, Zucker plus Kräuter nach Wahl für die Convenience-Puristen ich stehe zu meiner Gemüsebrühe
)
Ein Schuss Sojasahne (hier im Moment die von Vitaquell, Alpro Soja Cuisine hat mir zuviel Eigengeschmack…) rundet das ganze ab, ist aber nicht zwingend nötig das Mandelmus ersetzt die Sahne selbst schon gut.
Absolut Omnivorentauglich, da kein “komischer Sojageschmack” oder ähnliches, ich merke da keinen Unterschied zum Grundrezept meiner Mutter
.
Ernährungsphysiologisch schlägt das die Variante mit Milch und Ei ohnehin locker flockig.

Gut – helle Sauce auf weißem Spargel mit Salzkartoffeln ergibt nicht unbedingt ein farbiges Gesamtbild – lecker wars trotzdem.